Von Vertrauen und Misstrauen

Vertrauen

Vertrauen

Vertrauen ist die subjektive Überzeugung (auch Glaube) von der Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen).

Jedenfalls ist das so in der Wikipedia definiert.

Aber ist das alles ? Längst nicht!

Vertrauen ist viel mehr, Vertrauen ist eine Weltanschauung, eine Lebenseinstellung!

 

Und bedauernswert sind die Menschen, denen die Fähigkeit fehlt, wirklich vertrauen zu können. Sie sind sich dessen oft gar nicht bewusst, was sie sich und ihrer Umwelt damit antun. Oft völlig unbewusst.

Ein Mensch, der gesteuert ist von seinen Ängsten, und diese nicht überwinden kann, wird nicht in der Lage sein zu vertrauen. Er wird sich selbst immer vor Augen führen, was alles passieren kann (was also seine eigenen Ängste sind), und ausgehend davon, wird er seinem Partner/Kollegen/Mitmenschen gegenüber immer wieder entsprechendes Mißtrauen empfinden und auch äußern. Auch Eifersucht ist natürlich eine solche Mißtrauensäußerung. Dieser Mensch, dieser von seinen Ängsten gesteuerte Mensch, gibt den möglichen negativen Handlungen einer Mitmenschen sehr viel mehr Gewicht als den möglichen Positiven.

Wie wirkt das jetzt auf die soziale Umgebung? Und wie spiegelt sich das auf ihn selbst zurück?

Zunächst und in erster Linie wirkt ein empfundenes Misstrauen kränkend, jedenfalls auf diejenigen, die emotionell weit davon entfernt sind, solche befürchteten Handlungen tatsächlich zu tun. Aber es endet nicht damit. Die Betroffenen sehen sich so einer permanenten Vorverurteilung ausgesetzt. Der (oft geliebte) Partner bestraft letztlich durch diese Vorverurteilung schon, ohne dass eine „Tat“ stattfand. Mit einer schrecklichen Konsequenz:

Diese Vorverurteilung führt dazu, dass die Hemmschwelle vor den befürchteten, negativen Handlungen deutlich sinkt. (Ich habe die Strafe ja schon abbekommen, also warum soll ich dann nicht tun, was man mir unterstellt.)

Man unterstellt z.B. dauernd die Untreue, also was ändert sich, wenn man dann tatsächlich untreu wird…. Die Liste ist beliebig fortsetzbar.

Aber was heißt das letztlich:

Der Mensch, der nicht vertrauen kann, provoziert mit seinem Verhalten immer ein Stück weit gerade die befürchteten Handlungen. Er trägt eine  Mitschuld daran, dass diese eintreffen.

Und das Schlimme:

Treten diese dann tatsächlich ein, fühlt der Mißtrauende sich natürlich in seinen Denk- und Handlungsweisen bestätigt. Ein teuflischer Teufelskreis….

Wie anders ist die Situation, bei Menschen die vertrauen können:

Dort gibt es den gleichen Wirkungsmechanismus, aber positiv verstärkend:

Wird einem Vertrauen entgegen gebracht, auch oder gerade eigentlich unverdientes Vertrauen, ist es sehr viel schwerer, dieses Vertrauen zu mißbrauchen. Ich bestärke gerade auch weniger verläßliche Menschen darin, auf dem rechten Weg zu bleiben, wenn ich Ihnen trotzdem vertraue. Und das tolle: Man wird seltener enttäuscht, so dass es immer leichter fällt, Vertrauen aufzubringen.

Wenn man sich diese Zusammenhänge klar macht, erkennt man schnell, dass man alles tun sollte, um in der Lage zu sein Vertrauen aufbringen zu können.

Wie man das lernen kann, darüber schreibe ich demnächst.

P.S.: Vertrauen heißt nicht naiv oder unvorsichtig zu sein. Man muss sich auf die eigene, möglichst vorurteilsfreie Menschenkenntnis verlassen. Treibt man Vertrauen zu weit, ist man ideales Opfer für Betrüger und Abzocker jeder Art.

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About Uwe Sprenger

Uwe Sprenger ist ein IT Generalist, der in seiner Freizeit immer gerne neue Möglichkeiten ausprobiert. Und so ist hier dieses Blog zu Wordpress im entstehen. Beruflich bin ich (zur Zeit) intensiv im Lizenz Management unterwegs.  

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