Griechenland

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Eins vorab: Ich bin kein Volkswirtschaftler, was ich hier schreibe, das entsteht alleine aus meinem (hoffentlich)  gesunden Menschenverstand heraus.

Zunächst mal ein paar grundsätzliche Informationen:

Griechenland zahlt heute ca. 5 Mrd. € Zinsen pro Jahr für seine Schulden, 2014 waren es noch 7 Mrd. €.

 

 

 

Werfen wir dann doch einmal einen Blick auf das Haushaltsdefizit von Griechenland:

Statistik: Griechenland: Staatseinnahmen und Staatsausgaben von 2004 bis 2014 (in Milliarden Euro) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Man erkennt unschwer zweierlei:

  • Griechenland ist zweifellos auf einem guten Weg.
  • Der Staatshaushalt wäre (ohne Berücksichtigung der Schuldenlast) sogar wieder leicht positiv.

Ist es also wirklich so schwer, diesem Land zu helfen? Wirklich zu helfen meine ich?

Mein Vorschlag:

Als erster Schritt kein „Schulden-Schnitt“, aber die Schulden einfach mal eine Zeitlang „auf Eis“ legen, vielleicht 10 Jahre lang. Nicht „reduzieren“, erst einfach mal auf „NULL ZINSEN“ stellen.

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Die Banken verlangen heute teilweise schon „Strafzinsen“ auf hohe Guthaben. Zahlen selbst „Zinsen“, wenn Sie Geld bei der EZB ablagern. Also warum nicht einfach mal 10 Jahre lang die Zinsen auf 0% setzen. Allzu schrecklich können die Konsequenzen ja wohl nicht sein.

Aber was passiert dann in Griechenland?

Zunächst mal, wie man an den oben genannten Zahlen sieht: Die griechischen Staatsausgaben und die Staatseinnahmen sind annähernd gleich, wenn die „Schuldenleistungen“ nicht berücksichtigt werden. (Siehe dazu auch hier).

Fallen also keine Zinsen / Tilgungen mehr an, ist Griechenland erst mal wieder eigenständig handlungsfähig. Sparmaßnahmen erhöhen sofort (!) den Handlungsspielraum der Regierung. Eingetriebene Steuern stehen sofort dem Staat für Investitionsfördernde Maßnahmen zur Verfügung und müssen nicht mit erster Priorität für Schulden Dienste verwendet werden. Evtl. Unterstützungen anderer Länder bzw. der EU könnten sofort in den Aufbau der Wirtschaft fließen.

Bereits in wenigen Jahren wird Griechenland wieder eine florierende Wirtschaft haben, mit einer wachsenden  positiven „Bilanz“. Das überschüssige Geld kann dann viel leichter in eine angemessene Abtragung der Altschulden fließen.

Und wer bezahlt das? Keiner! Es wird nur nicht mehr so viel verdient an den Schulden Griechenlands.

Die in den letzten Jahren geflossenen Geldmittel haben nämlich nicht  Griechenland geholfen, sondern die unanständig hohen Erträge der Geldgeber abgesichert.

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Sie dienten lediglich dem Zweck, die Bezahlbarkeit der Schuldenlasten sicherzustellen. Schuldenlasten, die mit überhöhten Zinsen entstehen, weil irgendwelche Ratingagenturen „Abstufungen“ vornehmen. Schuldenlasten, die immer höher wurden, weil es Geldgeber gab, die einem schon überschuldeten Land immer weitere Kredite zu gaben, um sehr gut daran zu verdienen.

Schuldenlasten, die satte Gewinne der beteiligten Banken produzieren. Und diese Gewinne der Banken und des Kapitals finanziert jetzt zu fast 80% die EU und damit wir alle.

Es ist m.E.  auch nicht die Frage ob Grexit oder nicht. Das spielt gar keine entscheidende Rolle. Es ist die Frage, wer erhält die Gelder, die wir zur Unterstützung Griechenlands bereitstellen? Die Banken oder der Staat Griechenland zur freien Verwendung, der damit die Wirtschaft wieder in Gang bringen kann.

Und die Frage ist auch: Will man ein gedemütigtes Griechenland, oder wäre es nicht viel besser, dem Land die Chance zu geben, selbst aus dieser Situation heraus zu kommen, ohne sich von der Troika oder anderen Institutionen gegängelt zu fühlen.

Ich jedenfalls möchte zukünftig weiterhin in Griechenland Urlaub machen können, ohne in ein völlig verarmtes Land zu kommen, oder in ein Land, in dem die Menschen uns nicht mehr willkommen heißen.

Und meine griechischen Freunde, die bereits vor vielen Jahren Griechenland verlassen mussten, weil sie von den Erträgen ihres zuvor florierenden Kleinunternehmens nicht mehr leben  konnten, die würden, so wie viele andere Klein- und Großunternehmer auch, sicher gerne wieder nach Griechenland zurück kehren. Wenn sie dort wieder eine Existenz aufbauen könnten.

Und hier noch die Meinung von Oskar Lafontaine dazu. Auch interessant

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About Uwe Sprenger

Uwe Sprenger ist ein IT Generalist, der in seiner Freizeit immer gerne neue Möglichkeiten ausprobiert. Und so ist hier dieses Blog zu Wordpress im entstehen. Beruflich bin ich (zur Zeit) intensiv im Lizenz Management unterwegs.  

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